Erklärungen 10. Mai 2005

Ka­pi­ta­lis­mus und So­zi­al­de­mo­kra­tie


Hätte vor 60 Jahren die vereinigte Konterrevolution aus kapitalistischen und kommunistischen Mächten nicht über die deutsche antikapitalistische Revolution von 1933 (nach einem gewaltigen, zwölfjährigen Ringen) gesiegt, wäre es jetzt nicht nötig, dem deutschen Publikum den Zusammenhang von Kapitalismus und Sozialdemokratie zu erklären. Denn die Sozialdemokratie, die im Dritten Reich ebenso aufgelöst war wie die anderen Parteien des kapitalistischen Verteilungsschemas, insbesondere Liberaldemokratie und Konservativdemokratie, wurde im westlichen Beritt der vereinigten Konterrevolution von den historisch Toten wiederauferweckt. Die Sozialdemokratie ist wie Liberalismus und Konservativismus unverzichtbarer Teil des Klassenkampfschemas der zur Klassengesellschaft kapitalistisch entarteten bürgerlichen Gesellschaft, die an sich nur der besondere Stand einer jeden gut in Stand gehaltenen staatlichen Gemeinschaft.

Der Mensch kommt mit Lebensgeschrei zur Welt und verschwindet aus ihr mit Todesgestöhn; die Sozialdemokratie hingegen beginnt und endet ihr historisches Dasein mit ein und derselben systemimmanenten Kapitalismuskritik. Wer gegen das „raffende“ Kapital, ist immer noch für das „schaffende“, wer gegen die jüdischen Kapitalnomaden, gegen „abgrasende“ Heuschreckenschwärme und Überfälle der globalen Finanzindustrie wettert, ist immer noch versöhnt mit dem deutsch-bodenständigen Kapital, das bieder-nachhaltig deutsche Arbeitskräfte regulär ausbeutet. Gewerkschaften und Sozialdemokratie sind nicht gegen die kapitalistische Ausbeutung, denn ihr Geschäft im System ist die wirtschaftliche und politische Vertretung der Ausgebeuteten im Kapitalismus, der ihre Existenzbedingung und Geschäftsgrundlage bleibt. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sind vergemeinschaftet im Verblendungszusammenhang der kapitalistischen Marktwirtschaft; sie setzen diese mit Wirtschaft überhaupt gleich. Je konsequenter diese Verblendung verwirklicht werden soll, desto rascher greift die Verelendung um sich, – bis hin zum Endstadium, der absoluten Verelendung in der demographischen Katastrophe.

Die wachsende wirtschaftliche Inkompetenz des kapitalistischen Systems erscheint schlagend im Wunsch nach Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt als jährliche Wertsumme des realisierten Warenkapitals, also die Preissumme verkaufter Waren und Dienstleistungen, sind die bloßen Marktkosten, die in die eigentliche Produktion einer Nationalökonomie, die Herstellung der Volksarbeitskraft der Gesamtnation, eingehen. Entscheidend für die Qualität der Volksarbeitskraft ist jedoch die eigenwirtschaftliche Arbeit der Familien und überhaupt rangiert die Eigenwirtschaft vor der randständigen Marktwirtschaft. Marktwirtschaftliches Wachstum ist Kostensteigerung in der pädagogischen Produktion, der Herstellung der nationalen Gesamtarbeitskraft oder Reproduktion des Lebens des Volkes. Marktwirtschaftliches Wachstum bei gegebener (oder, wie gegenwärtig, sich gar verschlechternder) Volksbeschaffenheit ist eine Schädigung am Leben des Volkes. Unschädliches Wachstum ist Vergrößerung der Volksarbeitskraft bei gegebener Qualifikation oder Qualifikationsvermehrung bei gegebener Größe der Volksarbeitskraft. Vergrößerung oder Verbesserung der nationalen Gesamtarbeitskraft ist Selbst- und Endzweck alles menschlichen Wirtschaftens; und die beständige Absenkung des markt- und kapitalwirtschaftlichen Anteils zugunsten des eigenwirtschaftlichen verringert den Grad der Entfremdung, der in einer Nationalökonomie herrscht.

Dem Aufstieg des Kapitalismus folgte jener der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften, im Niedergang gehen sie dem Kapitalismus voraus. Import von Fremdarbeitskraft, Export von Arbeitskraftnachfrage und vor allem die Automatisierung der noch im Inland verbleibenden Produktion hat das Proletariat zur Minderheit im Deutschen Volke gemacht; das Subproletariat ist, wie vom Dutschkismus schon vor vierzig Jahren angekündigt, zur Mehrheitsklasse innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft geworden. Die Voraussetzungen für den zweiten Anlauf der nationalen Revolution gegen das kapitalistische Globalsystem, dessen weltführender Volksgeist der jüdische ist, sind allem Anscheine nach herangereift.

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Deutsches Kolleg
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